Zum sechsten Mal waren die Malteser im August 2003 im Sanitätseinsatz auf der Fußpilgerfahrt der polnischen Ostseediözese Koszalin-Kołobrzeg nach Częstochowa. Wie auch in den vorhergehenden Jahren leiteten und organisierten die Dortmunder Malteser diesen Einsatz.

Beginn ist jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt. Zwischen 14 und 19 Tagen sind die 11 Pilgergruppen aus ihren Heimatgemeinden zu Fuß unterwegs zum Bildnis der "Schwarzen Madonna" im Paulinerkloster "Jasna Góra" in Częstochowa. Dies ist mit 410 km die längste Pilgerstrecken in Polen. Malteser-Helfer unterstützen sie auf ihrem Marsch im Rahmen eines Partnerschaftsprojektes mit der polnischen Schwesterorganisation Maltańska Służba Medyczna (MSM) seit 1998.
Ihre seitdem gewachsenen Erfahrungen brachten die Malteser jedes Jahr in die Organisation der medizinischen Hilfe ein, was vertrauensvoll und dankbar entgegengenommen wurde. So bat uns in diesem Jahr der Leiter der Pilgerfahrt, Priester Antoni Tofil aus Słupsk, die Gesamteinsatzleitung des Sanitätsdienstes zu übernehmen. Die Krankenschwester und Malteser-Helferin Violetta Bembenek-Muschinska, die auf zahlreiche Pilgerfahrten, auch als Pilgerin, zurückblicken kann, war geradezu prädestiniert für diese verantwortungsvolle Leitungsaufgabe.

Mit im Team waren außerdem ca. 30 Ersthelfer der polnischen Maltańska Służba Medyczna aus den Gruppen in Słupsk, Piła und Koszalin. Unterstützt wurden die Malteser von einer Ärztin aus Chodzież und einigen Krankenschwestern.
Die Aufgabenteilung lief in diesem Jahr völlig reibungslos ab. Während sich die polnischen Malteser-Ertshelfer auf die Pilgergruppen verteilten und mitliefen, besetzten ihre sechs aus Dortmund und Fröndenberg angereisten Kollegen einen vollausgestatteten Rettungswagen sowie einen 4-Tragen-Krankenwagen.Weiterhin stand ein polnischer Krankenwagen zur Verfügung. Mit täglich wechselnder Besatzung von Maltesern aus Słupsk und Piła wurde er im Wesentlichen für Transporte in Krankenhäuser genutzt. Für erschöpfte und erkrankte Pilger standen noch zusätzlich zwei Kleinbusse zu Verfügung.
Disponiert wurden alle Einsatzkräfte von Einsatzleiterin Violetta Bembenek-Muschinska über CB-Funk und Mobiltelefon. Jeden Tag fand nach der Messe eine Einsatzbesprechung statt, um einen gemeinsamen Rückblick und eine Vorbereitung auf die bevorstehende Strecke zu gewährleisten. So war eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen möglich und von der Erstversorgung bis ggf. zum Krankenhaustransport liefen alle Versorgungsschritte Hand in Hand. Diese Form der Zusammenarbeit war für alle Beteiligten ein besonders erfreuliches Erlebnis, denn es steckten viel Vorbereitungen und gemeinsame Erfahrungen der letzten Jahre dahinter.

Einen Großteil der Versorgungen stellten auch in diesem Jahr wieder die Füße dar. Von einfachen Blasen bis zu überlagerten, eitrigen oder blutigen Blasen und ausgeprägten lokalen Entzündungen war alles dabei. Weiterhin waren lokale allergische Reaktionen, hervorgerufen durch Insektenstiche, Zeckenbisse, Sonneneinstrahlung oder heiße Dämpfe aus dem Asphalt, keine Seltenheit. Besonders zu Buche schlug in diesem Jahr das sehr heiße Sommerwetter und die intensive Sonnenstrahlung. So war ausnahmslos jeder Tag von zahlreichen Hitzeerschöpfungen geprägt. Einige Pilger mussten wegen eines Sonnenstiches nach Hause geschickt werden. Der aus den Erfahrungen der Vorjahre kalkulierte Bedarf an Infusionen reichte bei weitem nicht aus.
Für dieses Jahr hatten wir uns vorgenommen, eine Statistik der Versorgungen nach Art und Anzahl zu führen um endlich einmal einen Einsatzbericht mit Zahlen füllen zu können. Dieses Vorhaben mussten wir leider nach einigen Tagen wieder aufgeben, denn in jeder Pause und zu jeder Gelegenheit standen die Patienten Schlange. Nur so viel können wir sagen: Es waren bestimmt weit mehr Versorgungen als in den letzten Jahren, zwischen 50 und 80 pro Tag sind nicht übertrieben.
So war es jeden Abend eine Wohltat, als wir überaus herzlich und gastfreundlich in unseren Quartieren empfangen wurden und ein leckeres und üppiges Abendessen auf uns wartete. Wir waren wie alle Pilger in Familien untergebracht, die ihre Pforten für die Pilger geöffnet hatten.
Unsere Erlebnisse und Gedanken, als wir und "unsere" über weit über 1000 Pilger am 13. August das Ziel erreicht hatten, schließen an die der Vorjahre an, sind aber dennoch immer wieder wertvoll: Wir wollen unbedingt im nächsten Jahr wieder dabei sein und an eine schöne und erfolgreiche Arbeit anknüpfen; die Struktur und Einsatzerfahrung der polnischen Malteser-Gruppen hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Erneut konnten neue Menschen vom Gedanken der Malteserarbeit überzeugt werden und möchten den polnischen Gruppen beitreten. Es war hartnäckige Arbeit, aber es war wieder ein schönes Erlebnis, das keiner von uns missen möchte!



Malteser Dortmund
Informationen der Gruppe 7 zur Pilgerfahrt in polnischer Sprache
Pilgerfahrt Polen 2002